Schweden
Ein kurzes Resume: Wovon hat Schweden jede Menge? Bäume! Wovon hat Schweden nicht so viel? Kurven. Man kann nicht alles haben. Schweden hat mich mit Wärme und Sonne empfangen! Geht ja gut los :-) Auf einem kleinen Parkplatz plane ich erstmal wo ich über Nacht bleibe. Den ausgewählten Campingplatz aus dem Navi (OSMand) fahre ich an um ca. 18:30 Uhr. An der ausgewiesen Rezeption ist alles verschlossen und an der angrenzenden Minigolf-Bahn werde ich an zwei Telefonnummern verwiesen, an die niemand ran geht. Ein niederländisches Pärchen, das kurz nach meiner Pleite ankommt und eine Bleibe sucht, meinte zu mir das die anderen Campingplätze auch nicht besetzt waren. Wir verabschieden uns und ich suche den nächsten Platz. 5km sagt das Navi. Aber vorher sehe ich nach 2km einen anderen kleinen Campingplatz (Skateholms Camping bei Beddingstrand). Hier zahle ich als Motorradfahrer 120SEK und bekomme 2x 5SEK gewechselt für Duschen. Auch habe ich hier ein paar Nachbarn zum Quatschen, die mir noch einen guten Tipp geben über Norwegen zurückzufahren. Auch lasse ich es mir hier einen Tag in der Hängematte einfach nur gut gehen…

Faulenzen in der Hängematte bei 28 Grad...
Karlskrona
Über kleine Straßen schlage ich mich zur nächsten Stadt durch. Leider ist der Hauptverkehrsweg (die E22) an vielen Stellen für Kilometer einfach nur gerade aus. Ich könnte auch einfach das Gas festklemmen und einschlafen, wenn nicht ständig irgenwelche Windböen wären. Am Abend gehts erstmal auf einen Campingplatz ein wenig außerhalb. Ursprünglich wollte ich auf einen Campingplatz direkt in Karlskrona, aber dieser war mir zu überlaufen und teuer (250SEK pro Nacht). Da ich am nächsten Morgen relativ früh aufstehe und es noch nicht so heiß ist, fahre ich in die Stadt zurück (ca. 20min Anfahrt). Hier parke ich mein Motorrad sichtbar an der Hauptstraße und sichere es mit meinem Bremsscheibenschloss hinten. Helm und Trinkrucksack werden mit einem Drahtseil fixiert. Der Tankrucksack mit Kameraausrüstung kommt mit dem Schultergurt mit. Die schwere und warme Motorradjacke klemme ich unter die Gepäckrolle. Als erstes gehe ich auf eine kleine Insel mitten in der Hafenbucht von Karlskrona mit einem herrlichen Ausblick. Anschließend entscheide ich mich noch in das Maritime Museum, das zum UNESCO Weltkulturerbe zählt, zu besuchen. Hier muss ich aber 2km mit dem Motorradfahren auf die andere Seite der Stadt. Mit leicht mulmigen Gefühl stelle ich das Motorrad wie zuvor ab und gehe auf die Museums-Insel. Diese wurde früher durch das Militär genutzt und war nur authorisierten Personen zugänglich für lange Zeit. Heute wurde ein sehr schönes Museum auf der Insel errichtet und man kann hier einen schönen Spaziergang machen. Das Museum ist absolut sehenswert! Wer an Karlskrona vorbeikommt sollte sich dies nicht entgehen lassen! Und noch dazu: es ist absolut kostenlos! Im Museum werden die verschiedenen Zeitepochen der Seefahrt in und um Karlskrona behandelt. Auch gibt es einen Unterwassergang bei dem man in den Hafen sehen kann. Auch können noch zwei alte Kriegsschiffe und ein altes Marine-Segelschiff gesichtigt werden. Eine Abteilung über U-Boote hätte es auch noch gegen, aber diese habe ich irgendwie übersehen… Nach gut drei Stunden breche in der größten Mittagshitze auf (meine Motorrad-Hose und die Stiefel fühlen sich wie eine Sauna an). Das war der bisher heißeste Tag in Schweden für mich.
Hier sind ein paar Bilder die ich am Campingplatz aufgenommen habe:

Camping am Strand

Camping am Strand

Sonnenuntergang am Strand

Camping am Strand

Sonnenuntergang am Strand

Ein hässliches Entlein...

Was für ein Ausblick für ein Abendmahl...
Und nun kommen wir zu Karlskrona selbst:

Die Insel eingebaut ins Stadtleben

Blick über den Steg zur Stadt

Der Steg zur Insel

Ausblick von der Insel

Ausblick von der Insel

Ausblick von der Insel

Ein mächtiger Kran in der Ferne...

Ausflugsdampfer

Maritimes Museum der Beiboote. Das älteste Boot wird dieses Jahr 200!

Alte Teile von Schiffen die teilweise zur Wiederverwertung in die Kaimauer als Verstärkung eingebaut wurde

Riesige Modelle alter Segel-Schiffe

Schau nicht so blöd! Ich hab mich selbst erschreckt!

Untersee-Gang mit Ausblick in den Hafen

Sogar die Fische sind auf Entdeckungstour

Zündet die Lunten, ihr Hunde!

Dies sind 'Rettungswesten' von Flüchtlingen die über das Mittelmeer kamen! Möchte man sich auf sowas im Falle eines Schiffbruchs verlassen müssen?

Ehemaliges Segelschulschiff der schwedischen Marine

Das Museum von außen

Abends am neuen Campingplatz
Richtung Stockholm
Die Strecke nach Stockholm hat sich ziemlich gezogen. Um ein wenig Abwechslung zu haben bin ich über mehrere kleine Straßen gefahren und auch mal einfach frei Schnauze ohne Navi. Über Straßen-Schilder bin ich zu einer Ruine gekommen, die leider nicht öffentlich zugänglich war. Aber hier konnte ich etwas neues feststellen: es gibt so einige Fähren in Schweden, die nichts kosten. Diese sind meistens gelb und von der selben Firma betrieben und fahren ständig zwischen den Punkten hin und her. Super! Allgemein sind die Schweden ja eher ein gemütliches Volk und vorallem auf der Straße auch relativ langsam unterwegs. Naja wen wundert es auch bei dem Bußgeldkatalog und allen 5km einen Blitzer. Der abendliche Campingplatz bei Stockholm hat sich als ziemlich eklig herausgestellt. Nicht das dort nicht alles sauber war, aber die Flut an Wohnmobilen und Wohnwägen auf kleinem Platz war mir zu viel hier. Stockholm habe ich ausgelassen, obwohl es ja eine sehr schöne Stadt sein soll. Mir war das ganze aber bei der Hitze und mit dem Motorrad zu viel und bin weiter gefahren. Immer Richtung Norden! Auch sollte man sich dem Trugschluss nicht hingeben, dass die Strecke auf dem Navi zwar interessant aussah, aber es nicht unbedingt auch ist. Also musste ich mich am Morgen durch den Stockholmer Verkehr und seine Vororte kämpfen. Auch ist heute Sonntag und da wollen alle Schweden natürlich einen Ausflug machen! Am Abend habe ich durch Zufall einen kleinen Campingplatz bei Öregrund gefunden mit wunderschöner Lage. Sehr zu empfehlen. Der Platzwart wollte mir eigentlich einen Platz relativ nahe am Wasser geben, aber mit dem Motorrad war es mir dann doch zu riskant über die glatten Steine und den kleinen Pfad zu fahren.

Kunst in Gamleby

Eine alte Ruine, leider nicht begehbar :-(

Die Straßen sind hier lange und gerade. Der Verkehr hält sich in Grenzen.

Campingplatz mit wundervoller Lage

Campingplatz mit wundervoller Lage

Fischerboot am Strand (farbig)

Fischerboot am Strand (schwarz-weiß)

Boot und Farn

Holzboot (farbig)

Holzboot (schwarz-weiß)

Entenpaar

Bootsteg

Na? Wer kann das kleine Tierchen erkennen?

Den Abend entspanne ausklingen lassen...

Wolltet ihr schon immer Mal einen waschechten, schwedischen Dauer-Camper bei seinem harten Leben sehen? Hier ein kleiner Ausblick auf seinen 'Vorgarten'...
Richtung Umea
Nun find das Wetter an etwas schlechter zu werden. Es war ein stetiger Wechsel zwischen blau und grau. Durch zwei kleine Regenschauer musste ich durch, waren aber gleich wieder vorbei. Die Temperaturen sind merklich nach unten und der Wind hat auch zugenommen. Daher habe ich an diesem Tag nur ein wenig Strecke über die Hauptstraßen gemacht und mir einen kleinen Campingplatz gesucht.

Kleine unbekannte Straße
Vindeln.
Da der Norden immer spärlicher besiedelt ist, gibt es auch nur noch wenige Möglichkeiten von den Hauptstraßen wegzufahren, ohne einen rießigen Umweg zu nehmen. Nichtsdestotrotz gab es ein paar schöne Strecken mit guter Aussicht. Auch war ich mal wieder über 100 Höhenmetern! Am Abend habe ich einige Kilometer im Inland an einem Campingplatz in Vindeln halt gemacht (150SEK pro Nacht). Heute habe ich auch mal den Verbrauch der kleinen Tenere gemessen => 3,88l wobei das je nach Tankstand variieren kann. Daher glaube ich beim um die 4l Verbrauch doch ganz gut zu liegen. Der nächste Morgen verhält sich nass und kalt. Die Temperaturen fallen auf bis zu 5 Grad herunter in der Nacht. Also entschließe ich mich eine zweite Nacht zu bleiben und über den Tag ein wenig zu lesen und eine kleine Wanderung entlang des Flusses zu machen. Hier gibt es einen tollen Wanderweg mit ca. 5km Länge auf dem man allerlei Informationen zum Fluss Vindelvälen erhält. Es gibt Schilder sowie WLAN-Accesspoints, die einem verschiedene Dinge erklären (z.B. Fischen in der Gegend) und auch einen Audio-Geschichte die man auf einer Bank anhören kann. Wirklich toll! Entlang des Weges sind immer mal wieder ein paar Schutzhütten für Angler und Wanderer, die jeweils mit Feuerstellen samt Feuerholz ausgestattet sind. So wird der Holz-Wilderei vorgebeut. Auch findet sich hin und wieder ein Plumpsklo für die Notdurft.

Unterhöhlter Baum

Tobende Massen im Vindelälen

Wandersteg

An der Brüstung

Man findet überall ein Lächeln. Man muss nur aufmerksam durchs Leben gehen!

Willkommen im Naturcenter

Ein Café

Stromaufwärts auf dem Wanderweg

Unaufhaltsam bahnt sich das Wasser seinen Weg zum Meer

Riesige Wellen reißen alles mit sich

Schutzhütte mit Feuerstelle und Holz

Ein kleiner Nebenarm, der sich kurz darauf wieder mit dem Fluss vereint

Brücke zu einem Parkplatz

Hängebrücke. Darf max. von 6 Leuten betreten werden, im Abstand von 2m. Schaukelt auch ziemlich

Typischer Baustil in Schweden

Oh nein! Der Weg ist überflutet...
