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Two Wheels One Question

Kleiner Blog über die große Welt...

Stephan

Lesezeit: 10 Minuten

Sarajevo

Bis Sarajevo sind es von Ingolstadt aus ca. 1100km. Zusammen mit meinem Freunden Mathias und Anja aus Neustadt a.d. Donau fahre ich für zwei Wochen in den ehemaligen jugoslawischen Staat Bosnien-Herzegowina. Gegen 8 Uhr starte ich mit meiner vollbepackten Tenere Richtung Neustadt, wo wir zu dritt mit zwei Maschinen aufbrechen. Natürlich kommt der erste kleine Stau schon in Deutschland, da wir immer noch Anfang August haben. Das Wetter ist noch etwas durchwachsen, so dass wir unsere Regenkombis anziehen. Wenigstens sterben wir nicht des Hitzetots heute! Der Plan ist über Österreich, Slowenien, Kroatien nach Bosnien zu gelangen. Da wir nur zwei Wochen haben wählen wir notgedrungen die langweilige Autobahn in Deutschland und Österreich. Da wir nur ein kurzes Stück durch Slowenien fahren müssen nehmen wir hier die Landstraße (laut Navi nur 30min länger) und sparen uns 7,50€ pro Motorrad. Auch bleiben wir in Slowenien eine Nacht an einem Kiesweiher. Da morgen Sonntag ist sollten wir auch kein Problem mit der ortsansässigen Firma bekommen. Durch Kroatien schlängeln wir uns über die Landstraßen wobei eine ziemlich fiese Schotterpiste mit tiefen Schotter mit dabei ist! Für mich ist sie weniger ein Problem als für Anja, die bei Mathias hinten drauf sitzt. Die Straßen in Kroatien sind aber allgemein sehr gut und abwechslungsreich, wodurch sich die längere Strecke deutlich lohnt. Die Grenze zu Bosnien-Herzegowina zieht sich etwas und ist bei Temperaturen um die 30°C auf Dauer nicht auszuhalten. Hier drängeln wir uns dann über die Fußgängerbrücke auf die andere Seite des Flusses und recht weit vorne zu den Grenzbeamten, die uns dann recht schnell durchwinken. Grenznah gibt es hier noch ein paar toll ausgebaute Autobahnen, die aber bereits nach 30km enden und wir uns durch das unübersichtliche Landstraßennetz den Weg suchen (Navi mit OpenStreetMaps sei Dank!). In Sarajevo kämpfen wir uns noch zur Stadt und kommen dann bei Andrea, Mathias Bekannten, gegen 18 Uhr an. Sicheres Parken ist mitten in der Stadt aber recht schwer, daher müssen wir unser ganzes Gepäck und alles was zum Mitnehmen wäre zu ihr in die Wohnung schleppen. Das zieht sich… Am Abend gehen wir noch anständig Cevapcici essen in der Altstadt. Die Währung in Bosnien ist übrigens Konvertible Mark (KM) die nach dem Bosnienkrieg eingeführt wurde. Anfangs war noch die Deutsche Mark das Zahlungsmittel und wurde dann zur KM getauscht. Sie ist mit einem festen Wechselkurs an den Euro gekoppelt (1€ = 1,95KM). Für die Älteren: Hier kann man noch schön Alles in Mark rechnen, wie in den alten Zeiten!! Nach einer für mich etwas unruhigen Nacht (Katzenallergie auf Andreas Hauskater) sehen wir uns am nächsten Tag die Innenstadt von Sarajevo an. Andrea muss leider arbeiten und kann uns daher nicht begleiten. Frühstück gibt es in einem Restaurant und war ganz passabel. Anschließend erkunden wir die Straßen. Irgendwie haben wir es ausgelassen hier ein Museum anzuschauen. Auf dem Avaz Twist Tower (das höchste Gebäude in Bosnien-Herzegowina) hat man eine tolle Aussicht über die Stadt (Eintritt 1KM).

Kiesgrube in Slowenien am Morgen

Kiesgrube in Slowenien am Morgen

Stau in Bosnien vor einem Tunnel

Sarajevo: Ausgrabung

Sarajevo: Streetlife by Night

Sarajevo: Streetlife by Night

Sarajevo: Moschee

Sarajevo: Straßenverkauf

Sarajevo: Verkäufer für Taubenfutter

Sarajevo: Taubentränke

Sarajevo: Altstadt mit schönen Handwerksläden

Sarajevo: Die ewige Flamme

Sarajevo: Ausblick vom Avaz Twist Tower

Sarajevo: Handarbeit in den Straßen

Sarajevo: Faule Katzen...

Olympische Spiele 1984 und Tjentista Kriegsdenkmal

Am darauffolgenden Tag (und besserem Schlaf dank Antiallergie-Tabletten) fahren wir zunächst zu der ehemaligen Bobbahn der Olympischen Spiele 1984. Heute ist die Bobbahn nur noch eine Ruine mit vielen Graffiti. Auch ist streng darauf zu achten die Wege nicht zu verlassen, da sich in den Gebiet immer noch viele Minen aus dem Krieg von 1992-1995 befinden! Komischerweise stehen aber Schilder herum die darauf aufmerksam machen. Von Andrea wurden wir noch eindringlich gewarnt. Anschließend fahren wir gen Süden relativ nahe der Grenze zu Montenegro um eine Kriegsdenkmal aus dem zweiten Weltkrieg anzusehen. Dieses liegt im Sutjeska Nationalpark. Ein imposantes weißes Denkmal, leider liegt es etwas den Berg nach oben, wodurch einem bei der großen Hitze und den Motorradklamotten doch ziemlich warm wird! Allgemein sind die Landstraßen sind gut ausgebaut, man sollte bloß in den Städten etwas aufpassen vor manchem blinden Autofahrer. Bei der Rückfahrt springen wir noch kurz in den Fluss Bosna, als wir am Wegrand eine schön hergerichtete Einstiegsstelle finden.

Sarajevo: Olympische Bobbahn 1984

Sarajevo: Olympische Bobbahn 1984

Sarajevo: Graffiti an den Bobbahn

Mahnmal Sutjeska/Tjentista

Ciao Sarajevo und Titus Bunker!

Am nächsten Morgen verabschieden wir uns von Andrea und brechen auf zum Blidinje Nationalpark. Wir schlagen die Richtung nach Mostar ein. Beim Frühstück auf einem kleinen Sportplatz im Nirgendwo beraten wir uns über unsere Tagesroute. Hier entscheiden wir für einen ehemaligen jugoslawischen Bunker Titos Bunker. Dieser liegt auf den Weg nach Mostar und hört sich nach den Beschreibungen ganz interessant an. Als wir in Kenjica sind, sieht Mathias das wir eine Tour buchen müssen. Ich wäre total an dem Schild vorbeigeheizt ‘:D. Für 20 Mark bekommt man eine 1,5h Führung durch den Bunker, die absolut lohnenswert ist.Wikipedia-Artikel. Die Bauzeit betrug 26 Jahre (was ziemlich lang war, für dass das er ja Leute während des Kalten Kriegs schützen sollte und ein Atomschlag ja jederzeit hätte passieren können), kostete 3,9 Milliarden US-Dollar, konnte sich 6 Monate selbst versorgen (danach ist auch garantiert alle Radioaktivität weg) sowie 350 Personen beherbergen (wuhu wieder was für die Führung). Heute ist der Bunker ein Museum und ein Kunstobjekt das sich mit dem ehemaligen Jugoslawien befasst. Wie gesagt: absolut sehenswert! Die Bilder vom Bunker sind alle mit der Handykamera meines Fairphones aufgenommen, daher bitte ich die Qualität zu verzeihen. Anschließend geht es weiter zum Nationalpark in der größten Mittagshitze. Dieser ist über einen schottrigen Gebirgspass zu erreichen, welcher absolut Spaß macht… wenn man nicht die Sozia auf Mathias BMW wäre. Im Nationalpark selber sind die Straßen wieder geteert. Eine sehr schöne Strecke! Auch wenn es heute nur eine recht kurze Strecke von Sarajevo war, war diese doch sehr lohnenswert! Etwas versteckt schlagen wir unser Lager direkt am See auf (die Stelle ist in der iOverlander-App zu finden). Der See ist im August auch ziemlich warm, aber man schon einige Meter laufen bis man in tiefere Gewässer kommt. Durch die erhöhte Lage und einen leichten stetigen Wind ist es auch nicht zu heiß.

Eingang zum Bunker

Eingang zum Bunker

Titos Bunker: Maschinenraum

Titos Bunker: Einsatzbesprechungsraum

Titos Bunker: Einsatzbesprechungsraum

Titos Bunker: Galerie mit Titos Abbild aus verschiedenen Richtungen

Titos Bunker: zu den Privaträume des Herrschers und der Führungsriege

Titos Bunker: Privatraum

Titos Bunker: Strategisches Schiffeversenken?

Titos Bunker: Büroräume

Titos Bunker: Kunstinstallation

Titos Bunker: Tageszeitungen aus Deutschland

Titos Bunker: Das war uns also schon damals klar?

Titos Bunker: Was man da in so einem Bunker alles für geheimes Zeug findet...

Titos Bunker: Technikraum

Mathias beim Offroad üben am Blidinje See

Nachtlager am Blidinje See

Nachtlager am Blidinje See

Sonnenuntergang am Blidinje See

Mostar

Am Morgen haben wir unsere Zelte wieder abgebrochen und weiter ging es nach Mostar! Wir wurden schon gewarnt, das es die schlimmste Stadt wäre, da die Temperaturen hier deutlich höher sind als im restlichen Land. Dies liegt an der Lage der Stadt genau zwischen den Berghängen, wo sich die Hitze staut. Gegen 12 Uhr sind wir in der Stadt und wollten uns den Campingplatz ansehen. Leider hatte dieser überhaupt keinen Schatten, wodurch wir gezwungen waren ein Hostel in der Stadt zu nehmen. Eingecheckt haben wir bei Hostel Miran für 9€ die Nacht incl. kleinem Frühstück. Unsere Motorräder konnten wir im engen Innenhof parken. Ich war froh aus meinem Klamotten zu kommen, da ein Hitzschlag schon kurz bevor stand… Zum Glück war das 7-Bett-Zimmer klimatisiert (Strom und Wasser kosten in Bosnien ziemlich wenig). Gegen frühem Abend sind wir dann aufgebrochen uns die Innenstadt mit ihrer weltberühmten Brücke anzusehen. Da wir heute auch noch nicht viel gegessen haben, sind wir in einem kleinen Imbiss eingekehrt, der nicht die typische Touristenfalle war und somit das Essen auch Qualität hatte ;-) Gegen Abend strömen dann die Touristen aus ihren Unterschlüpfen hervor und besiedeln die Altstadt. Ich denke die beste Zeit zum Ansehen der Stadt wäre früh morgens, falls jemand Mostar besuchen möchte.

Mostar

Stari most in Mostar

Kravica Wasserfälle bei Studenci

Die Nacht war angenehm kühl und man konnte gut durchschlafen. Nun noch alles wieder auf die Motorräder packen, aus dem Eingangstor manövrieren und weiter gehts. Heute geht wollen wir zu den Kravica Wasserfällen bei Studenci. Gegen Mittag kommen wir an und wollen eigentlich zu einem auf der Karte verzeichneten Campingplatz ganz in der Nähe der Wasserfälle. Leider ist er nirgends ausgeschrieben. Anja frägt an der Kasse danach und es wird uns mitgeteilt, das wir lediglich die 5€ pro Person bezahlen müssen und dann unten Campen dürfen. Na das ist doch was! Unten angekommen (Vorsicht: steile Straßen und rutschig) entpuppt sich der Campingplatz als große Wiese mit Toilettenhaus. Keine weiteren Kosten! Der einzige Nachteil ist der fehlende Schatten am Nachmittag. Dies ist mein Geheimtipp: Abends ab 20 Uhr werden die Schranken geöffnet und man kann auch so nach unten fahren und sein Zelt aufschlagen! Wir sind dann gleich zwei Nächste geblieben… Die Wasserfälle sind wirklich sehr schön. Unter dem Tage hat man ein riesiges Heer von anderen Touristen, aber am Abend ist hier fast niemand und man hat den Wasserfall für sich (fast) alleine. Das Wasser ist absolut klar und auch ziemlich kalt. Die Preis am Restaurant neben den Wasserfällen ist etwas höher als normal für Bosnien, aber noch in einem akzeptablen Rahmen.

Kravica Wasserfälle

Kravica Wasserfälle

Kravica Wasserfälle

Kravica Wasserfälle

Mückenplage

Kravica Wasserfälle

Kravica Wasserfälle

Montenegro

Nach dem Abbauen beraten wir uns wie wir die steile Straße wieder nach oben kommen, da wir gestern schon einige Autos wieder zurück rutschen gesehen haben. Der Trick ist dabei lediglich etwas versetzt zu fahren und nicht in die abgenutzten Spurrillen zu kommen. Anja ist vorsorglich die Straße nach oben gelaufen um nicht im Falle eines Sturzes zusammen mit Mathias begraben zu werden. Auch heute ist es wieder unglaublich heiß. Da heute Sonntag ist waren wir schon etwas in Sorge das kein Supermarkt offen hat. Zum Glück haben die großen Supermarktketten offen und werden beim Mercator fündig. Hier stellen wir uns noch mit dem Wiegen des Obstes und Gemüse an, da wir die Waage nicht gesehen haben. Leider sind die Bosnier immer von allem sehr genervt. Draußen vor dem Laden konnte man sich noch mit einem Slovaken übers Reisen unterhalten. Leider war’s hier unerträglich heiß. Es ging über die Berge nun Richtung Montenegro, auch hier wurde es nicht unbedingt kühler…. Mitten auf dem Weg ist mir noch eine Biene in den Helm geflogen und hat mich gestochen. Am Straßenrand musste ich anhalten, hab den Helm abgesetzt und ein wenig mit Wasser aus dem Sack abgewaschen und gekühlt. Hier hatte es schon um die 35°C. Dann fiel mir ein Handschuh runter, den ich vom Motorrad aufgehoben hab. Beim Aufrichten auf der Maschine bin ich dann in die andere Richtung zur Straße gekippt. Mit verfangenem Fuß konnte ich auch nicht mehr sauber absteigen und bin mit der Maschine im Staub gelegen. Helm schön angekratzt, Wade gezerrt und ich darf die Maschine wieder aufrichten. Bei den extremen Temperaturen kein Spaß. Zuerst die Packrolle runter und beim dritten Versuch, sie aufzuheben, hab ich sie dann hochbekommen. Dann Pause im Schatten bis Anja und Mathias entdeckt haben das ich nicht mehr folge und umgekehrt sind. An der Grenze zu Montenegro haben wir uns erstmal vorgedrängelt, da 10min hier in der Hitze den Tod bedeuten… Zum Glück werden wir von den Grenzbeamten gleich durchgewunken! Ein Herz für Motorradfahrer! :-D Nach einer schönen Fahr durch die Berge kommen wir ins Tal und entscheiden uns einen Campingplatz zu suchen. Meine Stimmung war hier ziemlich am Boden, da mir alles viel zu heiß ist. Der erste Campingplatz hatte eher eine ablehnende Haltung gegenüber aus. Hier wollten sie 38€ für 3 Personen mit 2 Zelten. Nach einer kurzen Pause und Beratung sind wir dann zum nächsten Campingplatz ca. 400m weiter mit einfacheren Zuständen (kalte Dusche, 2 Klos für den Campingplatz). Noch die Zelte aufgebaut, ein wenig gewartet bis man sich von alleine runter gekühlt hat und dann ab ins Meer. Das war so warm, das es nahezu unmöglich gewesen wäre hier einen Kreislaufkollaps zu bekommen. Auch konnte ich endlich mal meine Hängematte auspacken! Nachts konnte ich auch noch ein paar Langzeitaufnahmen mit der Kamera machen.

Montenegro bei Nacht

Montenegro bei Nacht

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